Ach ja, die Mauer!

Na gut, nur heut und dann nimmermehr möcht ich mal kurz meine persönlichen Erinnerungen zum Mauerfall hier eben schreiben.

Naja, das war ja ’n Ding, alles hockt beim K. auf seiner Geburtstagsparty als die Nachricht um die Welt und damit auch nach Donndorf ging, dass die Mauer in Berlin gefallen ist. Kurzentschlossen fuhren Erdo, Chick und ich in meinem alten Opel Ascona mal eben nach Berlin. Wir kamen allerdings erst am 10. 11. früh an, weil wir z.B. in einem Stau eingeschlafen sind, und erst durch den wieder fließenden Verkehr aufgeweckt wurden, weil wir irgendwie die ganze Zeit immer nur im Stau inmitten von Trabbis und Wartburgs standen und weil wir zwar an Bier, aber nicht an was essbares gedacht hatten und uns erst was zu futtern im Tausch gegen Bier ergattern mußten.

Ich war tatsächlich das erste mal in Berlin und hatte also 2 Fronten zu verarbeiten, 1. Berlin an sich 2. Das Ding mit der Mauer. Irgendwo neben dem Reichstag standen wir dann tatsächlich davor inmitten von Menschenmassen. Freund Erdo hatte von irgendwo her einen Pickel ergattert und hieb auf den Beton ein. Daneben eine Riesenschlange vor einem Laster der Westmilch in Tetra Packs umsonst verteilte. Und dann war noch das Ding mit meinem Auto, wir saßen auf Motorhaube und Kofferraumdeckel und sahen dem Treiben zu (irgendwo am Breitscheidplatz), als jemand auf Ostdeutsch den Chick anmachte was wir auf dem Auto zu suchen haben? Der gute Chick auf jeden Fall kletterte erst mal auf das Autodach und pöbelte was zurück, an was kann ich mich aber nicht erinnern, Chick wennste das ließt, Deinen Kommentar bitte. Alles in allem 2 geile Tage, die ich um nix in der Welt vermissen möchte!

Daheim in Bayreuth war alles ausser Rand und Band. Wir hatten in der Schule eine Babywickelstation eingerichtet und alles roch nach Zweitaktöl. Was bei 100.000 Besuchern bei nur 80.000 Einheimischen nicht verwunderlich ist, Es gab wochenlang keinen Strafzettel für falsch Parken weil ja eh alles vollgeparkt war. Und irgendein Obsthändler ging pleite weil er zuerst überteuerte Bananen verkauft und daraufhin boykottiert wurde. Und da war da noch der kleine Junge, den ich im Rückspiegel bemerkte als er meine automatische Autoantenne beim einziehen mit geöffneten Mund staunend beobachtete worauf ich dem den Gefallen tat, meinen Zündschlüssel noch zwei- dreimal rumdrehte, um dem Jungen und auch mir das Vergnügen noch etwas zu verlängern.

Auch bei mir daheim war die Hölle los, wir hatten ja nicht schlecht Ostverwandschaft und so lernte ich Woche für Woche wieder jemand kennen, den ich früher nur als „Adressaufkleber“ auf den Weihnachtspäckchen kannte. Letzten Endes verdichtete sich der Wortschatz meiner Familie auf ein einziges Wort: „Wahnsinn“!

Alles in allem eine witzige Zeit, mit wüsten Partys in Plauen und verkaterten Wochenenden bei der neuen Verwandtschaft. Es war ja auch irgendwie geil, man ist in ’nem fremden Land, dass einem so fremd erschien wie Nordkorea, aber die Leute da sprachen deine Sprache.

Einer meiner persönlichen Höhepunkte 1990 sollte eigentlich das „The Wall“ Konzert in Berlin auf dem Potsdamer Platz werden. Wurde es aber nicht, der Sound war dermaßen mies dass ich grad eben erst , als ich ein passendes Video suchte, mitbekommen hab, dass Cindy Lauper das „another brick in the wall“ sang. Und mit einem Zitat, von wem das ist weiss ich nicht mehr halt ich jetzt meinen Mund in der Wiedervereinigungsgeschichte. „Wo der Mantel der Geschichte weht, ist Helmut Kohl und die Scorpions nicht weit“

Hat jemand ’nen Scanner in der Nähe? Die Berlinfotos von damals sind soooo geil, die gehören hier eigentlich rein.

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